Südafrikanischer Wein

Die Geschichte der Südafrika Weine beginnt im Jahre 1647, als das niederländische Schiff HaerlemSchiff der Niederländisch Ostindischen Kompanie am Kap der guten Hoffnung auf Grund lief. Die Besatzung konnte sich retten und ernährte sich durch Gemüseanbau und Handel mit dem einheimischen Volk der Khoikhoi. Als sie nach einem Jahr zurückkehrten, berichteten sie von viel Süßwasser, Wild und reichen Fischgründen. Das motivierte die niederländische Ostindien-Kompanie VOC einen Versorgungsstützpunkt am Kap für ihre Schiffe auf ihrem Weg zu den Gewürzen Indiens einzurichten.

 

Dazu kam Jan van Riebeeck 1652 ans Kap und ließ neben Obst und Gemüse auch in Südafrika Weine auf dem Land der Kompanie anbauen, das übrigens heute noch als botanischer Garten im Zentrum Kapstadts zu besichtigen ist.

 

Erste Südafrika Weine wurden am 2. Februar 1659 verkostet. Jan van Riebeeck schrieb an diesem Tag in sein Tagebuch: „Heute, Gott sei Lob und Dank, wurde zum ersten Male Wein aus den Trauben am Kap gepresst, …“

 

Sein Nachfolger wurde 1679 Simon van der Stel, ein ausgewiesener Weinliebhaber mit gründlichen Kenntnissen im Weinbau. Er legte das Weingut Constantia an und gründete die Siedlung Stellenbosch.

 

Hugenotten auf der Flucht aus Frankreich siedelten sich 1688 in Franschhoek im Drakenstein-Tal an und betrieben dort Weinbau. Durch ihre Kenntnisse über Wein und den Weinbau trugen sie wesentlich zur Qualitätssteigerung der Südafrika Weine bei.

 

Das Constantia Weingut wurde nach Simon van der Stels Tod in mehrere kleinere Weingüter aufgeteilt. Auf Groot Constantia wurde Ende des 18. Jahrhunderts von der Familie Cloete ein Wein von Weltruf gekeltert, der Constantia, ein süßer Dessertwein, der vom Europäischen Adel sehr geschätzt wurde und von dem Napoleon sich nicht unerhebliche Mengen nach St. Helena bringen ließ.

 

Exporte von Südafrika Weinen nach Europa wurden von den europäischen Weingütern ungern gesehen und Südafrika wurde bei der Belieferung mit Weinfässern boykottiert. Obwohl am Kap viele Eichen wachsen, ist ihr Holz wegen des sehr milden Klimas nicht zur Herstellung von Fässern geeignet. Dies musste schon Jan van Riebeek erkennen, der zu diesem Zweck eine Eichenallee anlegen ließ, die man heute noch besichtigen kann.

 

Durch den Konflikt zwischen dem Vereinigten Königreich und Frankreich Anfang des 19. Jahrhunderts öffneten sich neue Märkte und der Weinbau in Südafrika hatte in der ersten Hälfte des Jahrhunderts eine erste Blüte. Nach Ende des Konflikts und der Aufhebung der Zollvergünstigungen für das Empire brach der Markt 1861 für Südafrika Weine zusammen. 1886 kam dazu noch eine Reblausplage, der die meisten Reben zum Opfer fielen. Die Einführung einer Rebe aus Amerika, die gegen die Reblaus resistent ist, rettete den Weinbau.

 

Durch Überproduktion brachen die Preise Anfang des 20. Jahrhunderts für Südafrika Weine zusammen und es wurde die KWV gegründet, eine Winzergenossenschaft, die von nun an die Produktion regelte und Mindestpreise festsetzte. Das rettete viele Winzer und führte jedoch zu einer Einheitsproduktion vornehmlich von Weißweinen mittlerer Qualität.

 

1924 kreuzte Professor Abraham Isak Perold von der Universität Stellenbosch Cinsault und Spätburgunder (Pinot Noir) und daraus entstand die neue Rebsorte Pinotage , aus der fast ausschließlich in Südafrika Weine produziert werden.

 

Beim Regierungswechsel 1948 wendete sich das Land zur Apartheid und Handelssanktionen wurden gegen Südafrika als Protest verhängt.

 

Nach der Freilassung Mandelas und dem raschen und friedlichen Übergang zur Demokratie konnte eine neue Generation von Winzern und Kellermeistern im Ausland arbeiten und reisen. Junge Winzer aus Europa siedelten sich in Südafrika an, wo sie vergleichsweise günstig Weingüter nach ihren eigenen Vorstellungen neu aufbauen konnten. Neues Wissen, neue Ideen und der internationale Wettbewerb nach Ende des Embargos brachten den Wandel der Südafrika Weine zum heutigen qualitätsorientierten Standard.


Vin Africa - Südafrikanische Weine